Wortschatz: B_Beteiligung

Shownotes

Und wieder ein spannendes Wortschatz-Häppchen in unserem neuen Tauziehen-Format! Und ganz konsequent folgt auf A wie Ambiguitätstoleranz dann B wie Beteiligung. Mal schauen, ob wir die Reihenfolge einhalten können und das Alphabet vollbekommen, in unserer kleinen Reihe. Beteiligung ist derzeit in aller Munde und das Thema beschäftigt viele Menschen im Sport.

In dieser kurzen Folge erfahrt ihr unter anderem, wo Beteiligung überall stattfindet und was man unbedingt vermeiden sollte, damit sie gelingt.

Wenn ihr die Folge nachlesen wollt, findet ihr hier das Text-Manuskript. Weiter unten sind dann, wie immer, Links zu weiteren Informationen zusammengestellt.

B wie Beteiligung

Korrekterweise müsste man ja von Bürgerinnen-Beteiligung sprechen. Denn das Wort Beteiligung kommt auch noch in vielen anderen Zusammenhängen vor, bspw. in der Wirtschaft. Die Bürgerinnen-Beteiligung, um die es hier geht und die ich ab jetzt als Beteiligung bezeichne, ist ein zentrales Element sowohl in der Politik als auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Sie ermöglicht es Individuen, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und Entscheidungen mitzugestalten. Wichtig: Beteiligung ist ein zentrales Kinder- und Menschenrecht.

In demokratischen Gesellschaften ist sie also essenziell. Sie umfasst verschiedene Formen der Partizipation, wie Wahlen, Volksentscheide oder Bürgerinitiativen. Diese formellen Beteiligungsmöglichkeiten sind gesetzlich verankert und bieten den Bürgerinnen die Chance, direkt oder indirekt Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Darüber hinaus gibt es informelle Beteiligungsformen, wie öffentliche Diskussionen, Proteste oder die Mitarbeit in politischen Gremien, die es den Menschen ermöglichen, ihre Meinungen und Interessen einzubringen. Das Interesse an direkter politischer Mitwirkung ist groß und viele Bürgerinnen fordern mehr Einfluss auf Entscheidungsprozesse. Dieser Wunsch spiegelt sich in vielen Studien wieder. Auch die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2025 nehmen diesen Bedarf auf.

Hier will ich aber ein großes Achtungszeichen setzen: denn Beteiligung kann auch gehörig schiefgehen. Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche erkennen schnell, ob echte Mitbestimmung gegeben ist oder nur eine Illusion bleibt. Studien zeigen, dass Beteiligung als verordnet, simuliert oder rein disziplinierend erlebt werden kann. Wenn Beteiligung nur dem Selbstzweck dient oder, um ein gutes Image zu erzeugen, kann das Vertrauen in Demokratie langfristig Schaden nehmen. Wird eine solche „Scheinbeteiligung“ dann auch noch als echte Demokratie verkauft, besteht die Gefahr, dass Menschen Partizipation als bedeutungslos oder sogar manipulativ empfinden – und sich entsprechend zurückziehen. Wenn also Schüler*innen in einem Projekt nur unzureichend Mitsprache erhalten oder ihre erarbeiteten Forderungen nicht umgesetzt werden, die Beteiligung aber von der Schulleitung als sehr gelungen gefeiert wird, dann erleben sie eine schlechte Demokratieerfahrung.

Das war mir wichtig, denn auch im Sport spielt Beteiligung eine entscheidende Rolle. Im Grunde ist sie der Grundfeiler des zivilgesellschaftlichen Sports in Deutschland. Durch das demokratische Vereinswesen, ist es allen Mitgliedern strukturell möglich sich am Vereinsleben zu beteiligen. Die formellen Strukturen, wie die Mitgliederversammlung bieten die Möglichkeit durch Wahlen den Vorstand zu bestimmen. Auch auf informeller Ebene beteiligen sich Mitglieder in ihren Sportvereinen, bspw. durch die Organisation von Sportveranstaltungen oder das Anleiten von Sportstunden. Die positiven Effekte, die gute Beteiligungserfahrungen für Menschen haben, sind vielfältig und gut erforscht. Aber auch im Sport gibt es noch Nachholbedarf, denn in der Praxis zeigt sich hier häufig, dass die Beteiligung der Mitglieder nur unzureichend gelingt. Besonders die formellen Akte wie etwa Mitgliederversammlungen, sind häufig sehr träge und bilden bilden keine dynamische demokratische Praxis ab.

Damit Beteiligung im Sport nicht nur auf dem Papier existiert, braucht es lebendige, dynamische Strukturen. Vereine müssen sich fragen: Wie holen wir unsere Mitglieder wirklich mit ins Boot?

Zusammenfassend: Beteiligung ist sehr wichtig und will gut umgesetzt sein.

Links:

Übersichtsseite mit vielen Informationen zum Panel „Partizipation“ der Demokratieausstellung der Sportjugend Hessen

Spannendes Manuskript einer Lehrveranstaltung von Prof. Dr. Anja Besand

Umfassende Website der lpb Baden-Württemberg zu „Beteiligung“

Tauziehen Folge zu Kinderrechten und zwei zum Thema „Wahlen“:

Kinderrechte

Wahlen 2024

Bundestagswahl 2025

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